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An der Schwelle zum Erwachsensein
Junge Krebskranke im Heilungsprozess unterstützen
Die Bedürfnisse von Krebspatientinnen und Patienten im Jugend- und jungen Erwachsenenalter unterscheiden sich stark von denen von Kindern und älteren Erkrankten. Die Errichtung einer eigenen Station für diese Altersgruppe, die an die spezifischen Bedürfnisse angepasst ist, bedeutet einen wichtigen Schritt bei der Unterstützung des ganzheitlichen Heilungsprozesses.
Überraschende Diagnose

„Dass ich krank war, habe ich eigentlich gar nicht gemerkt“, erzählt Alexandra Veutgen. Nachdem die damals 23-Jährige am Abend mit ihren Freunden in der Disco war, erkältete sie sich. „Zum Glück hat mein Hausarzt noch einen Ultraschall gemacht, da ich seit mehreren Monaten Bauchschmerzen hatte. Erst wusste ich gar nicht, ob ich das überhaupt erwähnen soll.“ Der Arzt stellte Wasser im Bauchraum fest und überwies Alexandra mit Dringlichkeit zum Gynäkologen. „Meine Eltern sagten, wir warten nicht länger, wir fahren jetzt sofort ins Krankenhaus!“ Nach einer notwendigen Operation war die Diagnose ein Schock für die junge Frau: ein sehr seltener, schnell wachsender Tumor, ein sogenanntes Weichteilsarkom. Es folgten ein langer und schwerer Krankenhausaufenthalt, doch Alexandra kämpfte sich durch die kräftezehrende Chemotherapie.

Begegnung auf Augenhöhe

Derzeit erfolgt die Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren in der Kinderklinik. Alle älteren Patientinnen und Patienten werden auf der internistischen Station für Erwachsene therapiert. „Meine Zimmergenossinnen waren zwar sehr nett, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass sie meine Situation wirklich verstehen. Ich fühle mich noch gar nicht erwachsen.“

Frau Professorin Uta Dirksen, Leiterin des Sarkomschwerpunktes in der Kinderklinik, erklärt, dass die Belastungen im Jugendalter andere sind, als bei älteren Menschen oder Kindern: „Junge Erwachsene sind häufig stärker mit Existenzängsten behaftet: Schaffe ich noch die Schule? Kann ich meine Ausbildung, mein Studium beenden? Unsicherheiten bei der Partnerfindung und Familienplanung spielen eine große Rolle, wohingegen Patientinnen und Patienten auf der Erwachsenenstation oft sogar schon Enkelkinder haben. Dadurch sind zentrale Themen sehr unterschiedlich.“ Aus diesem Grund wird die AYA-Station ins Leben gerufen. AYA – das steht für „adolescences and young adults“: eine Station speziell für Jugendliche und junge Erwachsene.

Isolation abbauen und Körpergefühl stärken
In erster Linie wird die AYA-Station für schwerwiegend Erkrankte zwischen 15-25 Jahren gestaltet. Sie dient der Unterstützung des Heilungsprozesses in dieser Altersgruppe: Neben der medizinischen Behandlung durch ein Profiteam gehören altersgerechte therapeutische Angebote und Begegnungsmöglichkeiten zum Konzept. „Zum Beispiel ist geplant einen Aufenthaltsraum zu gestalten, um einen Austausch zwischen den Gleichaltrigen zu schaffen. In einem solchen Raum sollen Aktivitäten wie Gesprächstherapien, Sportangebote oder gemeinsames Kochen stattfinden“, berichtet Frau Professorin Dirksen. „Die Patientenzimmer sollen eine moderne Computerausstattung erhalten, um beispielsweise Videoanrufe mit Freunden zu realisieren,“ beschreibt Professorin Dirksen die Gestaltungsmöglichkeiten der Station. Begleitend kann untersucht werden, welche Auswirkungen die Anwendungen auf die Genesung haben. „Auch Bodypainting wäre eine gute Maßnahme, um das eigene Körpergefühl der Jugendlichen zu stärken. Dieses wird durch die Erkrankung oftmals negativ beeinflusst.“
Die Genesung bestmöglich unterstützen
Alexandra ist heute auf einem guten Weg – langsam kehren ihre Kräfte zurück. Derzeit wird die Mülheimerin ambulant und medikamentös behandelt. Gespannt blickt sie auf die bevorstehende vierwöchige Reha, da die junge Frau hier die Möglichkeit haben wird, anderen Menschen ihres Alters zu begegnen, die ähnliche Schicksale teilen. „Der Austausch mit Menschen in der gleichen Situation ist sicherlich sehr bereichernd – auch für betroffene Eltern. Mit Müttern und Vätern zu sprechen, deren Kind ebenfalls erkrankt ist, würde ihnen bestimmt helfen“, stellt Alexandra mitfühlend fest. Die AYA-Station soll daher nicht nur auf die spezifischen Bedürfnisse junger Patientinnen und Patienten ausgerichtet sein und auf diese Weise Begegnungsmöglichkeiten zwischen Gleichaltrigen schaffen, sondern auch die Angehörigen mit einbeziehen. Diese Form der Therapie ist ein wichtiger zusätzlicher Aspekt der ganzheitlichen Krankenversorgung.
Jede Spende hilft!

Ein besonderes Alter mit besonderen Bedürfnissen: Um jungen Krebspatientinnen und -patienten optimale Heilungschancen zu bieten, sind Angebote, die über den medizinischen Versorgungsbedarf hinausgehen, nötig. Helfen Sie uns, die neu entstehende AYA-Station mitzugestalten, um für die jungen Patienten besondere Begegnungsorte und gemeinsame Aktivitäten zu schaffen – als festen Bestandteil des ganzheitlichen Heilungsprozesses. Für die Umsetzung benötigen wir Ihre Unterstützung!

Ob 20, 50 oder 150 Euro – jeder Beitrag hilft!

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Stichwort: AYA-Station
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